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Repowering rückt für Windenergie-Investoren stärker in den Fokus

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Im Jahr 2025 gingen in Deutschland 279 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.548 Megawatt im Zuge von Repowering-Projekten neu ans Netz. Damit wurde der höchste absolute Wert seit Beginn der Erfassung erreicht. Gleichzeitig ist rund die Hälfte der deutschen Windparks mindestens 15 Jahre alt, etwa 10.400 Anlagen haben bereits ein Alter von mehr als 20 Jahren erreicht.

Für institutionelle und semiprofessionelle Investoren verlagert sich der Fokus damit zunehmend von neuen Standorten auf der grünen Wiese hin zu bereits erschlossenen Energieflächen. Entscheidend ist dabei weniger das Alter der bestehenden Windenergieanlage als vielmehr die Frage, ob sich ein Standort wirtschaftlich und technisch für eine neue Anlagengeneration eignet. Thomas Hartauer, CEO des Bayerischen Asset Managers CAV Partners, sieht darin erhebliches Potenzial für Anleger.

Der zentrale wirtschaftliche Hebel liegt in der technischen Entwicklung. Ältere Bestandsanlagen verfügen im Durchschnitt über eine Generatorleistung von 2,33 Megawatt. Die im Jahr 2025 neu errichteten Anlagen erreichen dagegen durchschnittlich 5,46 Megawatt.

Für Investoren ist nach Einschätzung Hartauers jedoch nicht allein die Nennleistung entscheidend, sondern insbesondere der tatsächlich erzielbare Stromertrag. Dieser kann durch größere Rotoren und höhere Nabenhöhen überproportional steigen, da moderne Anlagen dadurch mehr Volllaststunden erreichen.

Der Bundesverband WindEnergie nennt hierfür eine einfache Faustformel: Wird die Zahl der Windenergieanlagen an einem Standort halbiert, kann sich die installierte Leistung gleichzeitig verdoppeln und der Stromertrag verdreifachen.

Ein weiterer Vorteil von Repowering-Projekten liegt in den bereits etablierten Standorten. Bestehende Flächenbeziehungen, vorhandene Infrastruktur, Netzanschlusspunkte sowie langjährige und belastbare Ertragsdaten können die Entwicklungsrisiken gegenüber vollständig neuen Windenergieprojekten deutlich reduzieren.

2025 wurden Repowering-Projekte in insgesamt zwölf Bundesländern umgesetzt. In absoluten Zahlen lag Niedersachsen mit 430 Megawatt an der Spitze. Es folgten Nordrhein-Westfalen mit 299 Megawatt und Sachsen-Anhalt mit 275 Megawatt.

Gemessen am Anteil des Repowerings am jeweiligen Landeszubau zeigt sich jedoch ein anderes Bild. In Sachsen-Anhalt entfielen 83 Prozent des Windenergiezubaus auf Repowering-Projekte. Dahinter folgten Sachsen mit 59 Prozent und Rheinland-Pfalz mit 46 Prozent.

Besonders groß ist das künftige Potenzial in Regionen mit vergleichsweise alten Windenergieanlagen. Sachsen verfügt mit einem durchschnittlichen Anlagenalter von 20,8 Jahren über den ältesten Windenergiepark Deutschlands. Bis Ende 2029 verlieren dort rund 61 Prozent der installierten Leistung ihren bisherigen Vergütungsanspruch. In Sachsen-Anhalt betrifft dies mehr als die Hälfte der installierten Leistung.

Für die kommenden drei bis fünf Jahre rechnet Hartauer deshalb mit einer deutlich zunehmenden Zahl von Repowering-Projekten. Eine plötzlich einsetzende Repowering-Welle erwartet er allerdings nicht. Vielmehr dürfte sich die Modernisierung bestehender Windenergiestandorte schrittweise beschleunigen und damit auch für Investoren weiter an Bedeutung gewinnen.

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