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Baugenehmigungen steigen – Wohnungsbau bleibt dennoch unter Druck

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Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland entwickelt sich weiter positiv. Im Juli 2026 wurden insgesamt 22.500 Wohnungen genehmigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entspricht das einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei Mehrfamilienhäusern aus. Von Januar bis Juli 2026 wurden für diese Gebäudeart insgesamt 79.700 Wohnungen genehmigt. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet das einen Zuwachs von 15,1 Prozent. Mehrfamilienhäuser stellen damit weiterhin die zahlenmäßig bedeutendste Gebäudeart bei den Genehmigungen dar.

**Genehmigungen führen nicht automatisch zu mehr Neubauten**

Trotz der steigenden Zahlen sieht die Immobilienwirtschaft noch keinen nachhaltigen Aufschwung im Wohnungsbau. Entscheidend sei, ob aus den genehmigten Projekten tatsächlich neue Wohnungen entstehen, erklärt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.

Nach Einschätzung des Zentralen Immobilien Ausschusses bestehen die grundlegenden Probleme der Branche weiterhin. Hohe Baukosten, umfangreiche Anforderungen und langwierige Prozesse erschweren die Umsetzung von Wohnungsbauprojekten. Gleichzeitig befindet sich die Zahl der tatsächlich fertiggestellten Wohnungen nach Angaben des Verbandes weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.

Damit bleibt eine erhebliche Lücke zwischen der positiven Entwicklung bei den Genehmigungen und der tatsächlichen Bautätigkeit bestehen.

**Gebäudetyp E soll Bauen vereinfachen**

Hoffnungen setzt die Immobilienwirtschaft unter anderem auf den sogenannten Gebäudetyp E. Das Konzept soll einfacheres und schnelleres Bauen ermöglichen und gleichzeitig für größere Rechtssicherheit bei der Abweichung von bestimmten Baustandards sorgen.

Der bislang schleppende Gesetzgebungsprozess sorgt allerdings für Kritik. Ein Gesetzentwurf war zuletzt für Ende 2026 angekündigt worden. Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes fordert der ZIA eine schnellere Umsetzung und pragmatischere Rahmenbedingungen.

**Branche fordert verlässliche Investitionsbedingungen**

Neben einfacheren Bauvorschriften sieht die Immobilienwirtschaft ein stabiles und langfristig kalkulierbares Investitionsumfeld als wichtige Voraussetzung für eine höhere Neubautätigkeit.

Weitere Verschärfungen der bereits umfangreichen Regulierung betrachtet die Branche daher kritisch. Zusätzliche Vorgaben könnten aus ihrer Sicht Investitionsentscheidungen erschweren und damit die Umsetzung bereits geplanter Projekte weiter verzögern.

Die steigenden Genehmigungszahlen liefern damit zwar ein positives Signal für den Wohnungsbau. Ob daraus tatsächlich eine höhere Zahl fertiggestellter Wohnungen entsteht, hängt jedoch wesentlich davon ab, wie schnell Projekte umgesetzt werden können und wie sich Baukosten, Regulierung und Investitionsbedingungen entwickeln.

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