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ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex: „Sorgen vor dem Zinsschock“

Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft trübt sich im ersten Quartal 2022 ein. Im Vergleich zum Vorquartal sinkt sie um 1,6 Punkte auf 30,7. Das ist das Kernergebnis des im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erstellten ZIA-IW-Immobilienstimmungs-Indexes (ISI). Die Befragung fand teils vor und teils nach Kriegsbeginn in der Ukraine statt.

Die Lage wird mit einem Wert von 66,7 immer noch als sehr gut eingeschätzt, aber die Erwartungen sind nun zum ersten Mal seit dem vierten Quartal 2019 wieder negativ (minus 0,4). Bei den Antworten, die nach Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 abgegeben wurden, sind die Erwartungen noch einmal schlechter, der Wert beträgt dann minus 13,3. Allerdings haben nur rund ein Fünftel der Befragten nach dem 24. Februar geantwortet. Neben dem Ukraine-Krieg sind vor allem Sorgen über schlechtere Finanzierungsbedingungen für die eingetrübten Erwartungen maßgeblich. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Im Bürosektor ist das Immobilienklima entgegen dem Trend auf einen Wert von 49,3 gestiegen. Das ist ein Plus von 5,5 gegenüber dem Vorquartal. Während sich die Bewertung der Lage kaum geändert hat, liegen die Erwartungen durch einen Anstieg um 12,2 Punkte auf 24,3 Punkte nun höher. Die Aussicht auf ein Ende der Pandemie und die wieder ansteigenden Vermietungszahlen dürften maßgeblich für den gestiegenen Optimismus sein.
  • Im Handelsimmobiliensektor verbesserte sich das Immobilienklima von 36,4 auf 40,5. Während die Geschäftslage schlechter als im Vorquartal bewertet wurde, gab es bei den Erwartungen einen Sprung nach oben. Auch im Fall des Einzelhandels dürfte das nahende Ende eines Großteils der Corona-Einschränkungen ab dem 20. März 2022 für Zuversicht sorgen. Tatsächlich ist der Erwartungswert derzeit so hoch wie zuletzt im ersten Quartal 2015 – allerdings jetzt ausgehend von einer insgesamt schlechteren Geschäftslage.
  • Im Wohnsegment ist das Immobilienklima nach dem Anstieg im Vorquartal um 4,5 Punkte auf 22,6 gefallen. Der Lagewert bleibt dabei mit 59,8 fast unverändert, schlechter sind die Erwartungen, der Wert liegt bei minus 9,2. Neben den schlechteren Finanzierungsaussichten dürften vor allem die gestiegenen Energiepreise die Stimmung belasten.
  • Bei den Projektentwicklern wird die Lage zwar im ersten Quartal 2022 besser bewertet (plus 20,8), aber die Erwartungen sind eingebrochen (minus 30,2 auf nun minus 25,2). Das Immobilienklima erreicht mit 19,7 einen Tiefpunkt. Die steigenden Baukosten bereiten in Kombination mit höheren Finanzierungskosten den Projektentwicklern Sorge. Insbesondere Vorverkäufe können sich bei stark steigendenden Kosten als belastend erweisen.

Bei der Sonderfrage wurden diesmal die Erwartungen zur Zinsentwicklung abgefragt. Die Unternehmen gehen durchschnittlich davon aus, dass der Zins für private Wohnungsbaufinanzierungen in zwölf Monaten bei etwa 1,5 Prozent liegt. Außerdem wurde der Zins abgefragt, ab dem die Immobilienpreise kippen könnten. Dieser kritische Zins wurde im Durchschnitt mit 2,4 Prozent angeben. Angesichts derzeit deutlich steigender Zinsen wachsen somit auch die Sorgen der Marktteilnehmer. (DFPA/JF1)

Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) mit Sitz in Berlin ist eine Interessenvertretung der deutschen Immobilienwirtschaft. Er hat die Verbesserung des wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und politischen Umfelds der Immobilienbranche zum Ziel. Als Unternehmer- und Verbändeverband sind im Jahr 2006 gegründeten ZIA mehr als 28 Mitgliedsverbände zusammengeschlossen, die für rund 37.000 Unternehmen der Branche sprechen.

www.zia-deutschland.de

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ist ein privates Wirtschaftsforschungsinstitut. Es veröffentlicht Studien, Projekte und Handlungsempfehlungen, die sich an Politik, Öffentlichkeit, Wirtschaft und Wissenschaft richten.

www.iwkoeln.de

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